Es ist immer wieder unglaublich, mit welchen Methoden Firmen versuchen Geld zu verdienen. Heute rief eine Dame an, meldete sich als Inkassounternehmen und wollte zur Geschäftsführung durchgestellt werden. Die Frage, ob ein Auftrag vorliege oder ob sie von der Marketing-Abteilung beauftragt sei, überhörte sie geflissentlich. Beim zweiten mal verneinte sie, dass ein Auftrag vorliege - und fragte dreist und vehement nach den Namen, damit sie diese notieren könne. Darauf folgte die Drohung, dass - falls wir sie ihr nicht mitteilen, sie nochmal anrufen müsse.

Das ist doch seltsam: Ein Inkassounternehmen, das ohne Auftrag unsere Daten bekommen möchte…

Es hat keine 10 Minuten gedauert, bis wir eine Blacklist in unserem Asterisk eingetragen haben… das funktioniert so:

Auf der Asterisk-Kommandozeile wird eine Telefonnummer (hier 012345678) mit diesem Befehl in die Blacklist eingetragen:

asterisk*CLI> database put blacklist 012345678 1

Wieder austragen lassen sich Telefonnummern mit diesem Befehl:

asterisk*CLI> database del blacklist 012345678

Der Dialplan benötigt eine neue Sektion:

[blacklisted]
exten => s,1,NoOP("This number is Blacklisted +++++++++++++++++++++++++++++")
exten => s,n,Answer
exten => s,n,Wait(2)
exten => s,n,Hangup

Diese Sektion wird im Zuge der normalen Anrufverarbeitung aufgerufen, falls die anrufende Telefonnummer in der Blacklist gelistet ist:

exten => _X.,n,GotoIf(${DB_EXISTS(blacklist/${CALLERID(num)})}?blacklisted,s,1)

Selbstverständlich gibt es schönere Varianten, mit den geblacklisteten Anrufern umzugehen, als die oben gezeigte. Eine Ansage wäre beispielsweise deutlich freundlicher - dafür war heute jedoch keine Zeit mehr.

Auch lässt sich das Hinzufügen / Entfernen von Einträgen sicherlich bequem per Kommandozeile oder sogar Webinterface erledigen; aber wenn es schnell gehen muss…

Praktisch wäre zudem, wenn es für Telefonie genausolche Sperrlisten geben würde wie für E-Mails. Quasi automatisiertes Telefon-Blacklisting …