Aktuell möchte irgendwie niemand mehr seine wichtigen Daten in der Cloud haben. Es scheint einigen, insbesondere mittelständischen Geschäftsführern, dann doch unangenehm zu sein, dass Konzerne, Nachrichtendienste und andere Parteien per Knopfdruck, Hack oder aus Versehen nicht nur Daten lesen, sondern theoretisch auch verschwinden lassen oder verändern könnten.

Daher tauchte letztens die Frage auf, ob man jetzt wirklich mit den großen Anbietern von Groupware Lösungen wie Microsoft(R) Exchange(TM) in die Cloud gehen müsse, oder ob es Alternativen gäbe.

Alternativen - gibt es. Der einzige dauerhafte Schutz dagegen, dass ein Softwareanbieter gekauft und seine Lösung in eine SaaS Lösung überführt wird, ist jedoch Open Source. Und Open Source Alternativen für Exchange sind spärlich gesät.

Vielversprechend klingt allerdings die Software SOGo des kanadischen Herstellers inverse. Mittels serverseitigem Outlook Connector OpenChange (ebenfalls Open Source) ist es sogar Outlook-kompatibel.

In unserem Test kam es mehrfach zu Schwierigkeiten, letztendlich lief aber eine Version sogar nach einer vollautomatischen Installation.

Manuelle Installation auf Debian 7 mit vorhandenem Samba4 DC Eine Installation von SOGo auf Debian 7 erfolgte per Paketmanager problemlos. Nicht möglich schien es dagegen zu sein, das bestehende Active Directory um die für Openchange erforderlichen Konfigurationen zu erweitern - jedenfalls nicht dann, wenn SAMBA4 nicht der Master Domänencontroller ist (bei uns ist er nur Slave). Bei Gelegenheit sehen wir uns das noch einmal an.

ZEG auf VMWare Beim nächsten Versuch, der ZEG auf VMWare Workstation, funktionierte SOGo sofort, allerdings war eine Verbindung per Outlook 2013 nicht möglich. Die Installation von Openchange ist wohl in manchen Fällen etwas tricky. ZEG ist eigentlich eine fertig installierte virtuelle Maschine, die ohne weitere Konfiguration laufen sollte.

ZEG Install Skript Scheinbar einwandfrei dagegen lief das Installations-Skript von http://www.onlinedemo.hu/71-zeg-install-script. Auf Ubuntu Server LTE 12.04 richtete es nicht nur SOGo ein, sondern auch Samba4, LDAP und Openchange. Ohne weitere Maßnahmen ließ sich Outlook sofort mit der fertigen Installation verbinden.

Zusammenfassung Die im PDF-Format auf sogo.nu vorliegenden Dokumentationen zur Installation und Konfiguration sind vorbildlich übersichtlich. Angeblich kommt das System auch mit freigegebenen Ordnern und mehreren Kalendern pro Benutzer zurecht, sogar das Outlook Adressbuch scheint ordnungsgemäß zu funktionieren. Bei Bedarf kann man vom Hersteller Support-Pakete kaufen.

Insgesamt sieht es so aus, als wäre SOGo eine ernsthafte Überlegung wert. Wir werden die Software in jedem Fall weiter testen.