Die meisten Linux Distributionen bieten mittlerweile eine vollständige Festplatten-Verschlüsselung per LVM an und erledigen alle nötigen technischen Schritte per Assistent, noch während der Installation. Beim Systemstart braucht nur das Kennwort eingegeben zu werden, um alles weitere kümmert sich das Betriebssystem - der Zugriff erfolgt genauso einfach, als wäre die Festplatte gar nicht verschlüsselt.

Schwieriger gestaltet sich der Zugriff, wenn die verschlüsselte Festplatte in einem anderen Rechner genutzt werden soll. Hierfür gibt es nicht unbedingt Assistenten, daher ist eine kurze Beschäftigung mit der Kommandozeile notwendig. - Beispielsweise, wenn die Festplatte ausgebaut und ordnungsgemäß durch eine neue ersetzt wurde, aber unglücklicherweise doch noch ein paar Daten auf der alten, verschlüsselten Festplatte liegen.

In diesem Fall kann die Fesplatte einfach per USB angeschlossen werden. Ein direkter Mount-Versuch schlägt jedoch fehl:

# sudo mount /dev/sdb2 /my/sdb2
mount: unknown filesystem type 'crypto_LUKS'

Vor dem Mounten muss das Dateisystem entschlüsselt werden. Das geschieht mit

# sudo cryptsetup luksOpen /dev/sdb2 backup

Linux fragt nach dem Festplatten-Passwort … und gibt den Weg für weitere Operationen mit der Platte frei.

Mit dem Befehl

# sudo vgchange -ay

kann die LVM (Volume Group) ausgewählt werden. Linux quittiert mit

5 logical volume(s) in volume group "system" now active

Die vorhandenen Partitionen kann man sich mit

# sudo lvdisplay

anzeigen lassen - und dann die gewünschte Partition einfach mounten:

# sudo mount /dev/sdb2/ /my/sdb2